8 226— ſchen Sultanin überſchattet, und die ſtolze und un⸗ beugſame Czarin des Nordens erzittern macht. Er ſendet mich zu Dir, ſeiner Bewunderung Worte zu geben, und zu allererſt, und bevor noch die Worte des Ernſtes geſprochen worden, Dir die Geſchenke
ſeiner Freundſchaft zu Deinen Füßen niederzulegen.*
Willſt Du mir geſtatten, Adlerkönig des Nordens, daß ich dies thue?
Ich werde mich dieſer Geſchenke freuen, ſagte der König lächelnd, denn ſie ſind mir Zeichen der Freundſchaft des großen Chans.
Muſtapha Aga winkte nach der Thür und rief laut einige Worte. Sofort erſchienen in der Thür die beiden nach türkiſcher Art reich und prachtvoll gekleideten Begleiter des Geſandten, welche vorher dem Zug vorangeritten waren und ſtellten ſich, ihre Säbel ſchulternd, neben den beiden Seiten der Thür auf, alsdann kamen je zwei und zwei, die Diener und unteren Beamten der Geſandtſchaft, in zierlich geflochtenen, mit Teppichen behangenen Körben die Geſchenke herbeitragend.
Muſtapha Aga winkte den beiden Erſten, zu ihm zu treten, und bevor er dann den Korb öffnete, wandte er ſich wieder dem König zu. Sire, ſagte er, wenn der Tartar ſich Jemand in Liebe und Freundſchaft verbündet, ſo ladet er ihn in ſein Haus, und bittet ihn, mit ihm zu eſſen von ſeinem Brod, ſeinem Fleiſch und ſeinen Früchten, mit ihm zu trinken von ſeinem Wein. Sire, mein großer und erhabener Fürſt bedient ſich meines unwürdigen Mundes, um Eure Majeſtät zu bitten, herabzuſtei⸗ gen von Ihrem Thron, und zu ihm zu treten in in Haus, in welchem er im Geiſt gegenwärtig iſt, und mit frohem Herzen den Adlerkönig des Nor⸗ dens willkommen heißt. 3
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