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Gemach. Sodann zog Muſtapha Aga eine goldene Büchſe aus ſeiner Taſche, nahm mit den Finger⸗ ſpitzen daraus etwas von dem weißen Pulver mit dem es angefüllt war, und ſtreuete es in das Becken. Dann nahm er einen kleinen Pinſel aus ſeiner Taſche, deſſen Griff mit drei Solitairs von ſeltener Größe verziert war, und rührte damit den Inhalt des Beckens durcheinander; nun ſchäumte die Maſſe hoch auf, und ſtieg empor zu einem glänzenden, milchweißen Schaum.
Der König hatte ihm anfangs neugierig zuge⸗ ſchant⸗ und wandte ſich jetzt zu ſeinem Geſand⸗ ten hin.
Was bedeutet dies Alles? fragte er ihn in deutſcher Sprache, vielleicht um nicht von dem Sprachknaben verſtanden zu werden.
Sire, ſagte Rexin lächelnd, das bedeutet, daß der edle Muſthpha Aga Euer Majeſtät die höchſte Ehrenbezeigung gewähren, daß er Euer Majeſtät raſiren will!
Raſiren! rief der König erſtaunt. Wer und was iſt denn der edle Muſtapha Aga?
Sire, er iſt einer der erſten Großwürdenträger der Tartarei, er iſt der Bartputzer des Chans.
Der König konnte ſich trotz des feierlichen und großen Moments eines Lächelns nicht erwehren. Nun, ſagte er, die Idee iſt nicht ganz übel, einen Barbier zum Diplomaten und Geſandten zu machen. Ihr Herren von der Diplomatie barbiert die Poli⸗ tik oft genug auf wunderbare Weiſe und ſchmiert ihr Seife in die Augen.
Muſtapha Aga näherte ſich jetzt mit feierlichen Schritten dem König und ſich raſch vorwärts beu⸗ gend, ſenkte er ſeinen langen Zeigefinger in den


