Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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ein großes mit vielen Siegeln verſehenes Schreiben dar, das Muſtapha Aga ehrfurchtsvoll an ſeine Lip⸗ pen drückte und es dann knieend dem Könige dar⸗ reichte.

Muſtapha Aga, der Geſandte des hohen und mächtigen Chans der Tartarei, Krimgeragi, hat die unermeßliche Ehre, dem hohen und mächtigen König von Preußen ſein Beglaubigungsſchreiben zu über⸗ reichen, ſagte der Sprachknabe in reinem und flie⸗ ßendem Franzöſiſch.

Der König erbrach die Siegel und überflog das Schreiben mit einem raſchen Blick. Muſtapha Aga, ſagte er dann mit einem freundlichen Neigen des Kopfes, ich heiße Sie willkommen und begrüße in Ihnen Ihren Herrn, den Helden Krimgerai, den ich ſtolz bin, meinen Freund nennen zu können.

Muſtapha Aga warf ſich, nachdem der Sprach⸗ knabe ihm die Worte des Königs wiederholt hatte, nach morgenländiſcher Art vor dem Thron nieder und ſprach raſch und in flehendem Tone einige Worte.

Muſtapha Aga, der hohe Geſandte des hohen Chans, ſagte der Sprachknabe, erſucht Euer Ma⸗ jeſtät, demſelben das köchſte Zeichen ſeiner Ehr⸗ furcht zu verſtatten, Sie vegrüßen zu dürfen, wie Er allein im großen und ſchönen Tartartnreich berech⸗ tigt iſt, den Chan zu begrüßen.

Ich bewillige ſeine Bitte, ſagte der König.

Sofort zog Muſtapha Aga das goldene Becken aus ſeinem Gürtel hervor, dann öffnete er die Taſche, die an ſeiner Seite hing, nahm daraus eine goldene Flaſche, aus der er einige Flüſſigkeit in das Becken goß, und alsbald verbreitete ſich ein lieblicher und berauſchender Duft in dem ganzen