kirch, bei Kunersdorf und bei Maxen beſiegt. Aber was haben ſie dadurch gewonnen? Sie haben in dieſen Schlachten mehr verloren als der König, ſie haben ihre Hülfsquellen erſchöpft, ihre eigenen, und die Länder ihrer Bundesgenoſſen ausgeſogen. Der König aber ſteht ebenſo mächtig und in ungeſchwäch⸗ ter, voller Kraft ihnen gegenuͤber. Sein Heer iſt ergänzt, denn von allen Seiten und aus allen Pro⸗ vinzen ſtrömen jubelnde Schaaren zu den Fahnen ihres Königs herbei. Die Begeiſterung macht die Greiſe zu Jünglingen, die Knaben zu Männern. Jeder von ihnen will ſeinen Theil haben an dem Ruhm und den Gefahren des Königs und fordert das von ihm als ein heiliges Recht. Die Kaſſen des Königs ſind nicht erſchöpft, denn ſein Volk hat mit freudiger Bereitwilligkeit ſein Hab' und Gut, ſeine Juwelen und Schätze, ſeine goldenen Kleino⸗ dien auf dem Altar des Vaterlandes geopfert, unter⸗ zieht ſich mit Begeiſterung jeder Einſchränkung und Entbehrung, welche der Krieg ihm auferlegt. Es will nichts als ſeinen König ſiegen ſehen, und ihm dazu zu helfen, iſt es mit ſeinem Hab' und Gut, ſeinem Leben und Blut bereit. Dieſe begeiſterungs⸗ ſtarke Liebe ſeines Volkes, das iſt es, was den Kö⸗ nig ſeinen Feinden furchtbar macht, das iſt es aber auch, was den König wie mit einem diamantenen Panzer umgiebt, ihn ſtählt gegen die Kugeln ſeiner Gegner, und ſeine ſtolze, edle Heldenſeele mit ſieges⸗ ſtolzer Begeiſterung erfüllt. Und ganz Europa theilt dieſe Begeiſterung und dieſe Siegesgewißheit des preußiſchen Volkes und ſeines Königs, ganz Europa jauchzt dem Helden zu, der ſo vielen, ſo mächtigen Feinden nicht allein Trotz bietet, ſondern ſie ſchon oft beſiegt hat, und dem ſie noch nichts haben ab⸗ gewinnen können, nicht Eine Strecke bieſes Landes,
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3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
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