Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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geheimen und wichtigen Sendung betraut, und zu dieſer ſoll ich Euer Hochwürden im Namen und Auftrag Ihres Herrn Bruders, des Abbé Baſtiani, um Ihren Beiſtand bitten.

Und worin beſteht Ihre Sendung? fragte der Prior ruhig.

Der Baron von Cocceji lächelte. Es iſt ſchwer, ja faſt unmöglich, ſagte er, das in einige Worte zuſammenzufaſſen. Euer Hochwürden müſſen mir daher ſchon erlauben zu meiner eigenen Orientirung etwas weitläufiger und umſtändlicher mich äußern zu dürfen.

Sprechen Sie, ſagte der Prior mit einem leiſen Neigen des Kopfes.

Euer Hochwürden kennen, wie ich aus den Char⸗ ten und den eingeſteckten Nadeln erſehe, ganz genau die Lage und Stellung meines königlichen Herrn, des küͤhnen unerſchrockenen Helden, den ganz Europa bewundert, und den ſeine Feinde am meiſten fürch⸗ ten wenn ſie ihn beſiegt haben, weil ſie wiſſen, daß der König niemals größer, niemals energiſcher und kühner im Handeln iſt, als wenn er anſcheinend im Nachtheil, und vom Unglück betroffen iſt! Denn der kühne Blick des Königs weiß immer neue Hülfs⸗ quellen zu entdecken, er ſchöpft aus ſich ſelbſt ſeine Kraft und ſeine Stärke, und wenn ſeine Feinde mei⸗ nen, den kühnen Löwen in ihrem Netz gefangen zu haben, ſo hat er ſchon mit ſeinem Blick die Stelle entdeckt, wo das Netz ſchadhaft iſt, und dort zerreißt er es mit Einem kühnen Ruck und arbeitet ſich hervor, um ſeine vor Schrecken und Erſtaunen betäubten Feinde vor ſich fliehen zu machen. Es iſt wahr, der König hat jetzt ſchon drei Schlachten verloren. Die Oeſterreicher und Ruſſen haben ihn bei Hoch⸗