Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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das ſie mit ihrem Blut gedüngt haben, und auf dem ſich die Rieſengräber ihrer gefallenen Schaaren erheben, das hat ihm die Sympathien von ganz Europa und die Liebe und Bewunderung ihrer eige⸗ nen Völker abgewonnen. In Frankreich ſelbſt, die⸗ ſem Frankreich, deſſen Krieger eine ſo ſchimpfliche Niederlage bei Roßbach erlitten, und deſſen Regierung voll Wuth und Rache gegen den Heldenkönig erfüllt iſt, in Frankreich ſelbſt wird Friedrich bewundert und angebetet. Ja, ſelbſt bis in den Palaſt des Königs iſt ſchon die nicht mehr abzuweiſende Aner⸗ kenntniß ſeines Heldenſinnes gedrungen, denn als jüngſt der Herzog von Belleisle die Marquiſe von Pompadour ermahnte, bei König Ludwig darauf zu dringen, daß der Krieg mit Nachdruck fortgeſetzt werde, ſonſt möchte König Friedrich mit ſeiner Armee nächſtens in Paris einrücken, da rief die Marquiſe lächelnd:„Gut! Dann werde ich doch endlich einen König ſehen.“— In Deutſchland ſucht man verge⸗ bens den Glaubens⸗Fanatismus der Völker gegen den Ketzerkönig zu wecken. Die katholiſchen Baiern, die Pfälzer, die Mainzer ziehen nur noch murrend und widerwillig in den Krieg gegen den proteſtan⸗ tiſchen König, obwohl ſie den? oſenkranz in der Taſche und das Scapulier über die Schulter gehängt tragen. Mag Friedrich der Zweite jetzt eben von ſeinen Feinden beſiegt worden ſein, in der öffentli⸗ chen Meinung iſt er der Sieger geworden, und in der ganzen Welt ſympathiſirt man mit ihm. Aber— die öffentliche Meinung iſt ſein einziger Bundesge⸗ noſſe, und die Sympathien der Völker ſind, außer den Hülfsgeldern der Engländer, die vielleicht bald verſiegen werden, die einzigen Subſidien des Königs. Friedrich muß ſich daher nach anderen Bundesge⸗ noſſen, nach anderen Freunden umſehen, nach Freun⸗