Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

ſie nicht.*) Begreift Ihr jetzt, Montardo, warum ich das Bildniß des Königs ausgeſtellt, und es mit einer Lampe geſchmückt habe? Ich meine doch, dies ſchöne Portrait verdient wohl eher eine ewige Lampe als die unſinnige Bulle des Papſtes!

Und gewiß habt Ihr Recht, Signor, ſagte der Fremde lebhaft, indem er auf Cicerachi zuſchritt, und ihm ſeine Hand darreichte. Erlaubt, daß ich Euch danke im Namen meines edlen und großen Königs, den Ihr heute ſo tapfer und auf eine ſo feine und ſinnige Weiſe gegen die hämiſchen An⸗ griffe ſeiner Feinde vertheidigt habt. Ich gebe Euch mein Ehrenwort, daß der König durch mich von Euerer ſchönen und ſinnigen Handlung erfahren ſoll, unt daß er ſich derſelben von ganzem Herzen freuen wird..

Ach, Signor, rief Montardo lachend und mit feinem Spott, Sie vergeſſen, daß Sie Sich durch⸗ aus nicht um Politik bekümmern, ſondern ein ehr⸗ barer, reiſender Kaufmann ſind.

Aber ich vergeſſe nie, daß ich ein Preuße bin, ſagte der Reiſende mit ſchnell erzwungener Ruhe. Und wie könnte ich das auch vergeſſen, fuhr er la⸗ chend fort, da ich mit echt preußiſchen Handels⸗ artikeln Geſchäfte machen will.

Und einen ſehr ſchönen Handelsartikel führt der Signor bei ſich, ſagte Montardo, mit den Augen ſeinem Freunde zublinzelnd. Ich ſage Euch, Cice⸗ rachi, Ihr werdet entzückt davon ſein, und es iſt Euch eine neue Gelegenheit geboten, den Tereſiani

*) Eiſenſchmid: Römiſches Bullarium, oder Auszüge der merkwürdigſten päpſtlichen Bullen, aus authentiſchen Quellen über⸗ 05

ſetzt. Bd. 2. S. 3