Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Eben war ein Bruder Karthäuſer, angelockt von dem Menſchengewühl, in die vordere Reihe getreten und begann jetzt mit heftigen Geſticulationen und wüthender Geberde eine eifernde Rede gegen dieſe Verhöhnung der heiligen Kirche.

Wie könnt Ihr es dulden, daß man Euch die⸗ ſen Ketzer als einen Heiligen darſtellt, ſchrie er wü⸗ thend. Wißt Ihr denn nicht, daß der Papſt den ketzeriſchen König von Preußen in den Bann gethan hat? Wißt Ihr denn nicht, daß er der Feind iſt Gottes, der Kirche und der frommen katholiſchen Chriſtenheit? Fort alſo mit dieſer Lampe, das Feuer der Hölle wird den Ketzer verzehren, aber keine ewige Lampe des Heils darf ſeine finſtere Seele er⸗ leuchten.

Er hat Recht, er hat Recht, ſchrieen einige aus der Menge. Löſcht die Lampe aus! Schlagt dem Cicerachi die Fenſter ein, denn er iſt ein Pruſſiano! Er macht einen Ketzer zu ſeinem Heiligen! Löſcht die Lampe aus!

Und mit drohend erhobenen Fäuſten ſtürzten einige Männer vorwärts. Aber ſofort ſtellten ſich ihnen einige Andere entgegen und drängten ſie mit ihren nervigten Armen zurück.

Niemand ſoll es wagen, dieſe Lampe auszu⸗ löſchen, ſchrieen ſie. Zurück, zurück, oder naſe Fäuſte ſollen Euch die Augen verblenden, daß Ihr

weder die Lampe noch den großen Federigo mehr

ſehen ſollt! Löſcht die Lampe aus, im Namen Gottes! ſchrie der wüthende Bruder Karthäuſer, und eine Schaar fanatiſcher Tereſiani ſchrie es ihm nach, indem ſie mit wüthender Gewalt der Thür zudrängten. Aber vor derſelben hatten die Pruſſiani, unter