Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Nun zum Glück ſind wir hier am Ziel unſeres Weges, ſagte Signor Montardo, denn das iſt das Haus meines würdigen Freundes, des Galanterie⸗ waarenhändlers Cicerachi, zu dem ich Sie führen wollte. Drängen wir uns ein wenig vorwärts, zu ſehen, was es giebt, denn mir ſcheint, mein Freund Cicerachi hat wieder dem guten Volk von Venedig eine Ueberraſchung bereitet.

Er ſchob ſich mit ſeinen breiten Schultern ener⸗ giſch in dieſer beweglichen Menſchenmaſſe vorwärts, und führte den Fremden durch die ſo machtvoll ge⸗ bildete Gaſſe bis in die erſten Reihen der den La⸗ den umdrängenden Menſchen vor.

Auf einmal ſtieß der Fremde einen leiſen Schrei aus und deutete nach dem Eingang des Ladens hin. Sehen Sie da, ſagte er, das iſt das ſprechend ähn⸗ liche Portrait des großen Friedrich.

Wirklich, dort an der Eingangsthür des Ladens dieſer ſchöne, in einen prachtvollen Goldrahmen ein⸗

efaßte Kupferſtich, das war das Bild des preußi⸗ chen Heldenkönigs, das Bildniß Friedrich des Gro⸗ ßen, und unter demſelben war eine brennende Lampe angebracht, deren flackerndes Licht das ſchöne, edle vrtli Friedrichs mit roſigem Schimmer gleichſam elebte.

Ah, nun begreife ich, flüſterte der Wirth. Cice⸗ rachi legt es darauf an, die Tereſiani wüthend zu machen. Sehen Sie doch nur, er hat, um ſeine grenzenloſe Ehrfurcht vor dem König zu bezeigen, eine ewige Lampe vor ſeinem Bilde aufgehängt, eine Ehrſurcht, wie man ſte bei uns nur Heiligen von erſtem Range erzeigt.*) Hören wir ein wenig, was die Leute dazu ſagen.

*) v. Archenholtz. Th. I. S. 214. 2*