der ganzen Welt viele Preußen giebt, und daß die ganze Welt Partei nimmt für dieſen Krieg, in welchem ein einzelner Held gegen ſo viele mächtige und verbündete Feinde kämpft. Ja, ja, es giebt jetzt im ganzen Europa Pruſſiani, und überall jauchzt man dem großen Federigo freudig entgegen. Nirgends aber mehr als in unſerem ſchönen Italien, und nirgends in Italien mehr, als in unſerer ſchö⸗ nen Venezia. Hier nimmt der Nobile wie der Gondoliére für oder wider Partei, und Venedig iſt in zwei große Feldlager getheilt, in die Pruſſiani und die Tereſiani. Die Erſten ſchwärmen für den König von Preußen, die Letzten halten es mit der öſterreichiſchen Kaiſerin Maria Thereſia. Aber ich verſichere Sie, es ſind elende, erbärmliche Geſellen, erkaufte Enthuſiaſten und feige Narren, dieſe Tere⸗ ſiani, weiter nichts!
Demzufolge alſo gehören Sie nicht zu ihnen, Signor? fragte der Fremde lächelnd. Sondern Sie ſind ein guter Pruſſiano?
Das will ich meinen, rief der Wirth ſtolz. Ich bin ein guter Patriot, und ich ſagte Ihnen ſchon zuvor unſer Loſungswort: chi non à buon Prus- siano, non è buon Veneziano!
Nun, wenn es ſo iſt, rief der Fremde heiter, indem er dem Wirth freundlich die Hand darreichte, dann wünſche ich mir Glück, bei Ihnen abgeſtiegen zu ſein, und dieſe kleinen erbärmlichen Zimmer ſollen mich nicht hindern, bei Ihnen zu bleiben! Auch ich bin ein buon Prussiano, und gleich Ihnen ſage ich: was kümmern uns die Schlachten von Kuners⸗ dorf und von Maxen, Friedrich der Große wird doch über alle ſeine Feinde triumphiren!. Ah, Signor, Sie ſind ein Prussiano, rief der


