Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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daß die Pruſſiani heute ein Feſt geben, um den Tereſiani zu trotzen. Dieſe haben dort drüben im Hötel zum goldenen Vließ ihren Clubb, und dort haben ſie geſtern ein großes Ballfeſt gegeben, zu Ehren des Sieges, den die Oeſterreicher leider bei Maxen*) über den Heldenkönig erfochten haben. Es iſt freilich wahr, der König hat jetzt zwei große Schlachten, bei Kunersdorf und bei Maxen, verloren, aber das iſt immer noch kein Grund für die Pruſſiani verzagt zu ſein, denn hat der König zwei Schlachten verloren, ſo wird er dafür vier Schlachten gewinnen, und die Oeſterreicher, Ruſſen und Franzoſen werden vor ihm laufen, wie ſie bei Leuthen, bei Zorn⸗ dorf und bei Roßbach gelaufen ſind. Deshalb, wie geſagt, wollen die Pruſſiani heute ein Feſt geben; ſie wollen den Tereſiani beweiſen, daß das anſcheinende Unglück des Königs ſie gar nicht beunruhigt, ſon⸗ dern daß ſie ſchon jetzt die Siege feiern, die der große König nächſtens erkämpfen wird.

Des Fremden Antlitz ſtrahlte vor Vergnügen, und er war ſchon im Begriff eine zuſtimmende Ant⸗ wort zu geben, aber er hielt ſie zurück. Das iſt in der That eine gute Zuverſicht, welche die Pruſſiani haben, ſagte er mit erzwungener Ruhe. Aber Sie haben mir immer noch nicht geſagt, woher es kommt, daß ſich hier ſo viele Preußen aufhalten?

Der Wirth lachte. Mein Herr, ſagte er, be⸗ ſchäftigen Sie Sich niemals mit Politik?

Nein, Signor, erwiederte der Reiſende zögernd.

Nun, ſonſt würden Sie wiſſen, daß es jetzt in

*) Den 21. November 1759. Bei dieſer Niederlage erlitten die Preußen dieſelbe Schmach, welche ſie einſt bei Pirna der ſäch⸗ ſiſchen Armee angethan Zwölftauſend Preußen mit neun Gene⸗ ralen mußten die Waffen ſtrecken, und ſich von den Oeſterreichern zu Kriegsgefangenen machen laſſen.

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