Sie ſind klein und ſchlecht, rief der Reiſende verdrießlich.
Aber ſie liegen ſtill und abgeſondert, ſagte Signor Montardo raſch, und Sie haben den Vortheil heute Abend durchaus nicht von dem Ballfeſt geſtört zu werden, das der Clubb der Pruſſiani heute in mei⸗ nem großen Saal veranſtaltet hat.
Er warf bei dieſen letzten Worten einen raſchen und forſchenden Blick auf das Antlitz des Fremden, um zu ſehen, welchen Eindruck dieſe Worte auf den⸗
ſelben hervorbringen würden.
Dieſer machte allerdings ein ſehr erſtauntes und faſt verlegenes Geſicht. Der Clubb der Pruſſiani? fragte er. Giebt es hier denn ſo viele Preußen? Und feiern dieſe hier fröhliche Feſte, während ſie, wie ich es meine, doch allen Grund hätten um das Unglück ihres Königs zu trauern?
Jetzt war es der Fremde, welcher den Wirth mit forſchenden Blicken betrachtete, und begierig ſeiner Antwort entgegen ſah.
Sie fragen, Signor, ob es hier viele Preußen giebt? rief der Wirth pathetiſch. Ja, Signor, ſehr viele Preußen giebt es in der bella Venezia, denn, Eccellenza, chi non è buon Prussiano, non è buon Veneziano. Sie meinen ferner, die Preußen hätten keinen Grund fröhliche Feſte zu feiern, ſondern ſoll⸗ ten um das Unglück ihres Königs trauern? Nein, Eccellenza, die Pruſſiani haben niemals Grund, verzagt zu ſein, denn ein Held wie der große Fede⸗
rigo kann niemals erliegen! Die Sonne ſeines Glückes hat ſich einen Moment bewölkt, das iſt Alles, aber ſie wird wieder ſiegreich und ſtrahlend aus den Wolken hervorbrechen, und wird alle ſeine Seinde erblinden machen! Deshalb gerade iſt es,
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