Der Wirth zögerte ein wenig, dann fragte er mit niedergeſchlagenen Augen: Excellenza ſind ein Deutſcher? 3
Ja, ein Deutſcher, ſagte der Fremde ungeduldig.
Dachte ich mir's doch, ſeufzte der Wirth.
Wollen Sie mir jetzt Zimmer anweiſen oder nicht? rief der Fremde. Entſcheiden Sie ſich raſch, denn es giebt, ſo viel ich weiß, noch einige andere ſtatt⸗ liche Hötels am Canale grande, und ich denke überall willige Aufnahme zu finden.
Der Wirth verneigte ſich mit einer traurigen Ge⸗ berde. Signor, ſagte er, ich werde Ihnen Zimmer anweiſen! Haben Sie die Gnade mir zu folgen!
Er durchmaß, wie Jemand, der einen verzwei⸗ felten Entſchluß gefaßt hat, den Saal, und ſtieß die andere Thür auf, die auf einen langen Corridor führte, an deſſen beiden Seiten ſich numerirte Thü⸗ ren befanden. Der Wirth ſchritt indeß an allen dieſen Thüren haſtig vorüber und trat in Begleitung des Fremden in einen kleinen finſteren Seiten⸗Cori⸗ dor, der wenig von der Eleganz des übrigen Gebäu⸗ des an ſich trug. Die Wände waren hier nicht, wie in dem großen Corridor, mit ſeidenen Tapeten behangen, ſondern zeigten eine ſchmutzige Kalküber⸗ tünchung. Den Fußboden bedeckte kein Teppich, und die Thüren, welche von hier aus in die Zimmer führten, war klein und niedrig.
Der Wirth ſtieß indeß eine dieſer Thüren auf, und führte den Fremden in ein kleines, einfach möblir⸗ tes Zimmer, neben dem ein kleines, düſteres Schlaf⸗ cabinet ſich befand.
Signor, ſagte er mit einer Verbeugung, dies ſind leider die beiden einzigen Zimmer, die ich Euer Gnaden noch anzubieten vermag.


