Teil eines Werkes 
3. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 2. Band (1857)
Entstehung
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Wirth mit einem echt italieniſchen Ausbruch der Freude. Dann ſeien Sie von Herzen willkommen in meinem Hötel, und ſeien Sie gewiß, daß ich Alles thun werde, Ihre Zufriedenheit zu verdienen. Kommen Sie, mein Herr, für einen Anhänger des großen Friedrich ſind dieſe Zimmer viel zu klein und armſelig. Ich werde die Ehre haben, Ihnen im erſten Stock zwei ſehr ſchöne Salons mit der Ausſicht auf den Canale grande zu öffnen, und Sie werden nicht mehr dafür zahlen, als für dieſe Kam⸗ mern hier. Kommen Sie, mein Herr, und verzeihen Sie mir nur, daß ich Sie nicht gleich würdig be⸗ diente, aber ich wußte ja nicht, daß Sie ein Pruſ⸗ ſiano ſind, und es wäre für mich ſehr gefährlich und ſehr unpolitiſch geweſen, einen Fremden, der ja vielleicht ein Tereſtano ſein konnte, in meinem Hoôtel aufzunehmen. Das wäre im Stande geweſen, mir die ganze Kundſchaft der Pruſſiani zu entziehen! Haben Sie die Güte, mir zu folgen.

Er ſchritt in ſeiner lebhaften, geſticulirenden Weiſe voran, und führte den Fremden wieder über die Corridore durch den großen Saal in die Vor⸗ halle. Dort ſtand der Oberkellner ſammt den Garçons in lebhaftem Geſpräch mit den Gondoliéren, welche die Koffer des Reiſenden in der Halle niedergeſetzt hatten, und fluchend und ſchreiend ihre Bezahlung verlangten, während der Oberkellner ihnen verſicherte, es ſei noch nicht ausgemacht, ob der Fremde hier bleibe, und ob ſie nicht vielleicht ſeine Koffer noch weiter transportiren müßten.

Der Wirth nickte dem Oberkellner indeß lächelnd zu, und auf den Fremden deutend, ſagte er ſtolz: Eccellenza iſt nicht bloß ein Deutſcher, ſondern ein Pruſſiano.