Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Sire, flüſterte endlich einer der beiden Adjutanten die Befehle Euer Majeſtät ſind erfüllt. Die Gene⸗ rale wünſchen Euer Majeſtät ihre Ehrfurcht zu bezeigen.

Der König ließ die Hände langſam von ſeinem Antlitz gleiten. Und die Truppen? fragte er.

Sie beginnen ſo eben ſich auf der Ebene zu formiren!

Auch ſind wir eben beſchäftigt, ſagte der zweite Adjutant, unſere Kanonen aufzufahren.

Der König wandte ſich heftig und mit faſt zor⸗ nigem Geſicht zu ihm um. Herr, Er lügt! rief er laut, ich habe keine Kanonen mehr!*)

Euer Majeſtät hat Gott ſei Dank, noch mehr als funfzig Kanonen, ſagte der Adjutant feſt, und ich laſſe ſie eben auffahren.

Ueber des Königs Antlitz flog es wie ein Licht⸗ ſtrahl hin, und ſeine bleichen Wangen färbten ſich mit einem rofigen Schimmer. Er ſtand raſch auf, und dem Adiutanten freundlich zunickend, trat er hinaus auf den Flur, wo die Generale ehrfurchtsvoll ſich vor ihm neigten und mühſam ſich zuſammen⸗ drängten, um dem König einen Weg zu öffnen.

Der König ſchritt mit hochgehobenem Haupt, aber ſchweigend durch ihre Reihen hin und trat vor die Hausthür.

Meſſieurs, ſagte er dann, das Haupt rückwärts wendend, laſſen ſie uns ſehen, was der geſtrige Tag uns noch übrig gelaſſen hat! Muſtern wir unſere Truppen!

Die Generale und Stabsofficiere eilten ſchweigend

*) Hiſtoriſch. Siehe: v. Retzow. Th. II. S. 117.