Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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iſt das Leben, und wie bitter enttäuſcht es uns von

den köſtlichen Illuſionen, mit denen wir es begon⸗

nen haben!

Von draußen vernahm man jetzt das Schmettern der Trompeten, und das Wirbeln der Trommeln. Der König ſchreckte zuſammen, und in ſich erſchau⸗ ernd, flüſterte er: Vraiment, ich fühle jetzt, was ich noch niemals gefühlt habe! Ich habe Furcht, und mein Herz erzittert nach dieſer Schlacht, wie es nie vor einer Schlacht erzittert hat! Die Trompeten und die Trommeln rufen meine Soldaten, aber ſie werden nicht kommen! Sie liegen entweder da draußen auf dem Schlachtfelde, oder ſie irren flüch⸗ tend umher! Sie werden nicht kommen, und die Sonne wird meine Schmach und mein Unglück be⸗ leuchten!

Und ganz überwältigt, ganz zerbrochen, ſank der König auf einen Seſſel nieder, und ſchlug ſeine beiden Hände vor ſein Angeſicht. So ſaß er lange, lange da. Draußen vor der Hüttenthür ward es immer lebendiger und lauter. Der König achtete nicht darauf. Er hielt immer noch die Hände vor ſein Geſicht gelegt, er ſah nicht, wie da draußen vor dem Fenſter ein buntes Gewirr von Uniformen und glänzenden Epaulettes ſich zeigte, er ſah nicht, wie von allen Seiten die Soldaten herbeiſtrömten, er hörte nicht das Trommeln und Blaſen, die Com⸗ mandorufe und die militairiſchen Signale.

Er hörte auch nicht, wie die Thür jetzt leiſe ge⸗ öffnet ward, und ſeine Adjutanten in derſelben er⸗ ſchienen, während draußen, auf dem kleinen dunklen Flur, die Generale und Stabsofficiere dicht anein⸗ ander gedrängt, ſo ehrfurchtsvoll und ſchweigend daſtanden, als befänden ſie ſich in dem glänzendſten Vorſaal eines Königſchloſſes.