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General, das Blut meiner tapferen Ruſſen iſt ebenſo viel werth, als jedes andere Menſchenblut, und ich will nicht, daß ſie die Mauer ſein ſollen, hinter de⸗ nen die guten edlen Deutſchen ſich in gemächlicher Sicherheit aufſtellen, während wir für ſie unſer Blut und Leben einſetzen. Ich denke, wir Ruſſen haben jetzt genug gethan, und wir bedürfen keines neuen Sieges mehr, um zu beweiſen, daß wir tapfer ſind. Wenn ich noch einen ſolchen Sieg erfechte, wie den heutigen, ſo werde ich mit einem Stabe in der Hand allein die Nachricht davon nach Petersburg bringen können, denn es werden mir keine Soldaten mehr übrig geblieben ſein.*) Ich ſpreche hier nicht gegen Sie, Herr General Loudon, denn Sie ſind mir heute ein treuer Bundesgenoſſe geweſen, und wir haben zuſammen geblutet, und zuſammen ge⸗ ſiegt, obwohl wir nicht mit einem geweiheten Hut und Degen geſchützt waren, wie es der Feldmar⸗ ſchall Daun iſt, der von uns immer Siege fordert, während er ſelber unentſchloſſen und unthäthig ſte⸗ hen bleibt.
Euer Excellenz ſcheinen wirklich erbittert auf den Feldmarſchall Daun zu ſein? ſagte Loudon mit einem Lächeln, das er nicht ganz zu unterdrücken vermochted
Ja, rief Soltitow, ich bin erbittert auf dieſen modernen Fabius Cunctator, dem es ſo leicht ge⸗ worden, berühmt zu werden, und der in Wien Ehren erndtet, die nicht ihm, ſondern Ihnen, Herr General Loudon, gebühren. Denn Sie handeln, während er zögert, Sie ſind immer ſchlachtbereit und thatkräftig,
*) Soltikow's eigene Worte. Siehe von Tempelhof: G ichte des ſiebenjährigen Krieges. Th. III. S. 194.


