— 188—
ſie mit geſchäftiger Eile auspackten, und auf dem Tiſch aufzuſtellen begannen. Der Secretair war nicht minder eilfertig bemüht die Papiere und Brief⸗ ſchaften haſtig zuſammen zu raffen, und der Tiſch, welcher eben noch ein ſo ſehr geſchäftsmäßiges An⸗ ſehen gehabt, hatte ſich ſchnell genug in ein anmuthi⸗ ges Büffet, geſchmückt mit einer Batterie Flaſchen und ſilberner Becher, verwandelt.
Während Soltikow ganz vergnügt dieſer Ver⸗ wandelung zuſchaute, warf der Marquis dem öſter⸗ reichiſchen General einen angſtvollen und beredten Blick zu, den dieſer mit einem leiſen Achſelzucken erwiederte.— Beide wußten ſie, daß der tapfere General Soltikow nächſt dem Donnern der Kanonen und dem Gewühl der Schlachten nichts ſo ſehr liebte, als das Springen der Pfropfen, den Duft des Weins, daß der General ein eben ſo tapferer und unver⸗ wüſtlicher Soldat, als tapferer und unverwüſtlicher Trinker war, welcher beim Wein ſehr geneigt ſchien, alles Andere zu vergeſſen, um nur der Wonne des Genuſſes ſich zu überlaſſen.
Der Marquis wollte daher noch einen ſchwachen Verſuch machen, den ruſſiſchen General an ſeine ernſteren Pflichten zu erinnern.
Sehen Sie da, Excellenz, ſagte er, Ihr Herr Secretair ſieht ganz traurig und melancholiſch aus, weil er vor dieſer Batterie von Flaſchen ſich mit ſeinen erhabenen Schreibereien zurückziehen ſoll. Wollen Euere Excellenz ihn nicht erſt abfertigen, und den angekündeten Kriegsrath abhalten, damit wir deſto ungeſtörter nachher der Freude uns hingeben können! 3
Wozu bedarf es indeſſen eigentlich des Kriegs⸗
raths, fragte Soltikow, indem er ſich auf einen Seſ⸗
V V V V


