Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Auch kommen Sie gerade zur gelegenen Stunde, Herr General, ſagte Soltikow mit einem ſtolzen Lä⸗ cheln, denn Sie ſehen wohl, wir wollten eben einen Kriegsrath halten, und überlegen, was jetzt ferner zu thun ſei.

Ueber Loudon's Antlitz flog ein ſehr zorniger Ausdruck und ein Blick ſeiner Augen traf das lä⸗ chelnde Antlitz Soltikow's.

Unmöglich, General, konnten Sie Kriegsrath halten wollen, ohne mich! ſagte er haſtig.

Obh, ſeien Sie unbeſorgt, General, rief Soltikow lächelnd, ich würde ſie ohne Zweifel von unſeren Be⸗ ſchlüſſen ſofort in Kenntniß geſetzt haben!

Nur meine ich, daß Sie gar keine Beſchlüſſe ohne mich faſſen konnten, ſagte Loudon, deſſen Stirnader ſchon zu ſchwellen begann.

Soltikow verneigte ſich mit ſeinem unveränderten, übermüthigen Lächeln. Streiten wir uns nicht, Ex⸗ cellenz, über Dinge, die noch nicht geſchehen ſind, ſagte er. Der Kriegsrath hatte noch nicht angefan⸗ gen, aber jetzt, da Sie da ſind, General, kann er ohne Zweifel beginnen. Nur erlauben Sie mir zu⸗ vor, dieſe Depeſche zu unterzeichnen, in welcher ich meiner gnädigen Kaiſerin ſo eben den Sieg gemeldet habe, den die Truppen heute über die Armee des preußiſchen Königs erfochten.

Ah, General, da bin ich Ihnen alſo zuvor⸗ gekommen, rief Loudon ſtolz, die Depeſche iſt ſchon abgegangen, in welcher ich meiner Kaiſerin den Sieg melde, den die öſterreichiſchen Truppen heute über die Armee des preußiſchen Königs erfochten haben.

Soltikow warf das Haupt ſtolz zurück, und ſeine kleinen grauen Augen ſchoſſen zornige Blitze hin⸗ über nach dem öſterreichiſchen General. Aber dieſer