— 180—
ciere bei ihren Untergebenen hervorzurufen pflegt. Da ſtanden Gruppen von Officieren leiſe flüſternd nebeneinander, dort führten Soldaten die Reitpferde ihrer Herren auf und nieder, Ordonnanzen zu Pferde hielten unfern von ihnen, und mit geſchultertem Ge⸗ wehr gingen Schildwachen auf und ab. Aller Auf⸗ merkſamkeit ſchien indeß auf dieſe beiden Bauer⸗ häuſer gerichtet, und jeder Blick und jedes Ohr wandte ſich in lauſchender Spannung immer wieder den hell erleuchteten Fenſtern zu.
Wir haben's richtig getroffen, flüſterte Fritz Kober, dem es gelungen war mit ſeinem Freunde ſich zwi⸗ ſchen dieſen dunklen Zwiſchenraum, der die beiden Hütten trennte, hinzuſchleichen. Wir ſind hier beim Ouartier der Generale. Sieh nur, hier geht eine öſterreichiſche Schildwacht auf und ab, und dicht da⸗ neben ſehe ich eine Schildwacht mit der Bärenmütze. Sie ſind alle Beide hier, der öſterreichiſche und der ruſſiſche General.
Laß uns verſuchen, dem Ruſſen ein wenig in die Fenſter zu ſchauen, fluſterte Karl Heinrich, vorwärts ſchleichend. Aber wie ſie eben vorſichtig um die Ecke ſchlüpften, von dem Stamm eines Baumes geborgen, der hier die Hütte beſchattete, machte lautes Com⸗ mandowort und eine allgemeine Bewegung in den Reihen der auf dem Platze verſammelten Soldaten ſie ſtillſtehen.
Die Officiere ſtellten ſich in Reihen, die Schild⸗ wachen ſchulterten, die Soldaten traten unter's Ge⸗ wehr, denn aus dieſer Hütte links war ſo eben der öſterreichiſche General Loudon, umgeben von ſeinen
Stabsofficieren, auf den Platz hinausgetreten. Freundlich grüßend ſchritt er an den Officieren vor⸗ über, und näherte ſich mit ſeinen Begleitern dem


