Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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— 124— 9.

Unterofficiere werden. Na, brav ſind wir geweſen, der Karl Heinrich hat neun, und ich ſieben Gefan⸗ gene gemacht, aber Unterofficiere ſind wir doch noch nicht geworden.

Morgen ſeid Ihr's, ſagte der König. Jetzt eilt Euch, und kehrt mir bald zurück.

Unſere Gewehre laſſen wir hier, ſagte Karl Hein⸗ rich, denn mit preußiſcher Montur! ffen wir nicht da hinüber gehen..*

*Sie ſtellten Beide ihre Gewehre an die Hütten⸗ thür und dann ſich einander die Hände reichend, und den König militairiſch grüßend, eilten ſie Beide von dannen.

Der König blickte ihnen ſinnend nach, bis ihre beiden ſchlanken Geſtalten ſich in der Ferne verloren. Mit funfzigtauſend ſolcher Soldaten würde ich die ganze Welt erobern, murmelte er. Das ſind echte Soldatenherzen!

Dann wandte er ſich um und ſchritt zu den bei⸗ den Schlafenden hin. Wie er ſie leicht an der Schulter faßte, fuhren ſie auf, und ſprangen entſetzt empor, als ſie den König erkannten.

Entſchuldigen Sie Sich nicht, ſagte der König gütig, Sie haben am Tage Strapatzen genug er⸗ duldet, und es iſt begreiflich, daß Sie ermattet ſind! Kommen Sie herein, Meſſieurs. Die Nachtluft könnte Ihnen ſchaden. Wir wollen da drinnen zu⸗ ſammen ſchlafen.

Aber wo ſind die beiden Grenadiere? fragte Herr

von der Goltz.

Ich habe ſie mit Aufträgen fortgeſchickt.

Dann erlauben mir Euere Majeſtät, daß ich⸗

hierbleibe und den Wachtdienſt übernehme. Ich habe geſchlafen, und bin jetzt wieder ganz munter.