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beit giebt, hat er nicht das Recht, ſich in die faule Ruhe des Todes zurückzuziehen!— Ich muß mir über die Abſicht des Feindes Gewißheit verſchaffen! Der Tod hat immer noch Zeit ein wenig auf mich zu warten, und ihm kann's gleich ſein, ob er mich eine Stunde früher oder ſpäter in ſeine Knochen⸗ arme ſchließt. So lange es noch nöthig iſt zu leben, darf ich nicht ſterben!
Er ließ die drei Pillen wieder in das Fläſchchen gleiten und verbarg dies wieder mit dem goldenen Etui in ſeinem Buſen. Dann durchſchritt er haſtig das Gemach und die Thür aufſtoßend eilte er hin⸗ aus vor die Hüttenthür. Seine beiden Adjutanten ſaßen nebeneinander auf der Bank vor der Hütte und waren eingeſchlafen. Die beiden Grenadiere gingen mit ruhigem gleichmäßigem Schritt, in eini⸗ ger Entfernung, vor der Hütte auf und ab, tiefe Stille herrſchte ringsum, das wüſte Lärmen und Trei⸗ ben, das Schreien, Fluchen und Jammern war jetzt verſtummt, gleichſam in ehrfurchtsvoller Scheu vor dieſer hehren, göttlich erhabenen Königin der Nacht, die im funkelnden Sternenmantel, das ruhig ſtille Antlitz mit dem goldenen Mond gekrönt, dahergewallt war, um allen dieſen tauſend, ſchmerzbeladenen Seelen ein wenig Frieden und Ruhe zuzulächeln.
Der König ſtand auf der Schwelle der Thür und blickte wie ſtaunend auf dieſe glänzende Mondland⸗ ſchaft hinaus. Mit Entzücken athmete er die laue Sommerluft ein, es ſchien ihm, als ſei ſie nie ſo balſamiſch, ſo voll ſtärkender Kraft geweſen, mit faſt andächtiger Verwunderung blickte er empor zu dem
ſternfunkelnden Himmel, indem er ſich ſagte, daß er
den Himmel nie mit ſo hellen Sternen, nie ſo erha⸗ ben und ſchön geſehen; mit einem ſüßen Schauder


