Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Der König betrachtete das Etui mit ſinnenden Blicken., Der Tod hat hier gegen den Tod gekämpft, ſagte er, und doch, wie ſchön wäre es geweſen auf dem Schlachtfelde zu fallen, während ich noch glaubte, daß ich der Sieger ſei!

Er nahm das Fläſchchen aus dem Etui hervor, und hielt es gegen das Licht, dann ſchüttelte er es gedankenvoll, und wie dieſe drei ſchwarzen unheim⸗ lichen Pillen auf⸗ und niederſprangen, ſagte er mit einem traurigen Lächeln: Der Tod iſt luſtig! Er will mit ſeinen fröhlichen Sprüngen mich zum Tanz auffordern. Nun ja, mein luſtiger Cavalier, ich bin bereit zum Tanz!

Er öffnete das Fläſchchen und goß die Pillen in die Fläche ſeiner linken Hand. Dann ſtand er auf und trat an's Fenſter, um noch einmal den Himmel anzuſchauen mit ſeinen flimmernden Sternen und ſeinem hellleuchtenden Mond, um noch einmal hin⸗ überzublicken nach dem Schlachtfeld, auf welchem Tauſende ſeiner Unterthanen heut den Tod gefunden.

Dann hob er die Hand mit den Pillen empor. Was war's, das ihn ſtutzen machte? Was war's, das ſeine Hand ſich wieder ſenken machte, warum ſtarrten ſeine Augen ſo glühend und unbeweglich in die Ferne, wie zwei Adler, die im Begriff ſind ſich auf ihre Beute niederzuſtürzen?

Nicht zum Himmel ſchaute der König empor, nicht zu den Sternen und nicht zum Mond, ſondern da drüben blickte er hin, nach der äußerſten Grenze des Horizontes, nach dieſen dunkelroth glühenden Punkten, die wie vom Himmel gefallene Sterne auf der Erde glühten.— Das waren die Lager der geſchichte. Th. II. S. 175. Dieſes Fläſchchen mit den drei Gift⸗ villen ward noch nach dem Tode des Königs unter ſeinem Nach⸗ laß gefunden.

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