Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ach, flüſterte der König mit einem tiefen Seufzer, indem er auch dieſen poetiſchen Brief adreſſirte, wie ſchön muß es ſein in meinem lieben Sansſouci. Nun, ich werde dort wenigſtens ein Grab finden, und d'Argens, ja d'Argens wird meinen Wunſch er⸗ füllen, er wird mein Grab mit Blumen ſchmücken, Und dann,— habe ich nicht noch einige treue Freunde in Sansſuci? Sind da nicht meine alten lieben Hunde, die alten Invaliden, die mich nicht mehr be⸗ gleiten konnten? Nun komme ich zu ihnen, und ich weiß, wenn ſie den Tod für ſich kommen fühlen, ſo werden ſie auf mein Grab gehen, um dort bei ihrem Herrn zu ſterben!

Dann ſtand der König auf und mit ruhigem Schritt zur Thür gehend, öffnete er ſie und fragte den Adjutanten, ob die Ordonnanzen bereit wären. Als das bejahet ward, übergab der König dem Adiutanten die drei Briefe, und befahl ihm, dieſel⸗ ben durch die Ordonnanzen an ihre Adreſſe beför⸗ dern zu laſſen.

Und nun iſt mein Tagewerk vollbracht, ſagte der König, als er wieder allein war, nun darf ich ſterben!

Er nahm aus ſeiner Buſentaſche das goldene Etui hervor, welches er immer bei ſich trug und welches vor wenig Stunden ſeiner Bruſt als Schild gedient und die feindliche Kugel abgewehrt hatte. Die Kugel hatte auf die Oberfläche des Etuis eine tiefe Grube gegraben und es zuſammengedrückt, und ſeltſam, dies Etui, welches den Tod von dem König ferngehalten, ſollte ihn jetzt dem König bringen, denn in demſelben war ein kleines Fläſchchen verborgen, welches drei Giftpillen enthielt, und welches er ſeit dem Beginn des Krieges immer bei ſich führte.*)

*) v. Retzow. Characteriſtik. Th. I. S. asa, Paenſ kebens⸗

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