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indem er das Papier zuſammenfaltete und adreſſirte. Ich hätte dies Leben der Drangſale und Entbehrung noch länger ertragen um der Ehre willen, aber jetzt muß ich ſterben, um der Ehre willen!
Er nahm ein anderes Blatt Papier; aber jetzt war es keine Inſtruktion, ſondern ein letztes Lebe⸗ wohl, das er ſeinem Freunde, dem General Finken⸗ ſtein ſchrieb.
Dieſen Morgen um elf Uhr, ſchrieb der König, habe ich den Feind angegriffen. Wir hatten ſie ſchon bis zum Judenberg zurückgetrieben, und alle meine Leute hatten Wunder der Tapferkeit geübt, aber die Erſtürmung des Judenberges koſtete uns eine große Menſchenmaſſe, meine Leute geriethen darüber in Ver⸗ wirrung, und obwohl ich ſie drei Mal wieder verei⸗ nigte, löſte ſich doch zuletzt die ganze Armee in der Flucht auf; ich ſelbſt war nahe daran, gefangen zu werden, und mußte das Schlachtfeld dem Sieger überlaſſen. Mein Gewand iſt von Kugeln durch⸗ löchert, zwei Pferde ſind mir unter dem Leib getödtet worden, aber ich ſelbſt habe den Tod nicht finden können, mein größtes Unglück iſt, daß ich noch lebe! Unſer Verluſt iſt beträchtlich! Von einer Armee von achtundvierzigtauſend Mann habe ich in dieſem Au⸗ genblick kaum noch dreitauſend, und noch flieht Alles, und ich bin nicht mehr der Herr meiner Leute. Es iſt ein furchtbares Unglück, und ich will es nicht über⸗ leben. Die Folgen dieſer Schlacht werden noch furchtbarer ſein, als dieſe Schlacht ſelbſt. Ich habe gar keine Hülfsquellen mehr, und um die Wahrheit zu ſagen, ich halte Alles für verloren. Ich werde und will aber den Untergang meines Vaterlandes nicht überleben. Leben Sie alſo wohl für immer.”)
**) Des Königs eigene Worte. Siehe Preuß. Lebensgeſchichte Th. II. S. 216.


