Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Menſch ſich hingeben durfte, wollte er zuerſt als treuer Diener des Staats ſeine Pflichten erfüllt haben. Er ſchrieb alſo keinen Brief, ſondern nur eine„Inſtruction für den General Finck“, und dieſe lautete:

„Der General Finck bekommt eine ſchwere Com⸗ miſſion. Die unglückliche Armee, welche ich ihm übergebe, iſt nicht mehr im Stande, ſich mit den Ruſſen zu ſchlagen. Haddeck wird nach Berlin eilen, vielleicht Loudon auch. Geht der General Finck

dieſen Beiden nach, ſo kommen die Ruſſen ihm in

den Rücken; bleibt er an der Oder ſtehen, ſo hat er den Haddeck dieſſeits. Indeß glaube ich, daß wenn Loudon nach Berlin wollte, ſo könnte er dieſen unterwegs attaquiren und ſchlagen. Dies, wenn es gut ginge, könnte dem Unglück einen Anſtand geben, und die Sachen aufhalten. Zeit gewonnen iſt ſehr viel bei dieſen desperaten Umſtänden. Die Zeitungen aus Torgau und Dresden wird ihm Kö⸗ per, mein Secretair, geben. Er muß meinem Bru⸗ der, den ich zum Generaliſſimus bei der Armee er⸗ nenne, von Allem Bericht erſtatten. Indeſſen, was mein Bruder befehlen wird, das muß geſchehen! An meinen Neffen muß die Armee ſchwören!

Dies iſt der einzige Rath, den ich bei dieſen un⸗ glückſeligen Umſtänden zu geben im Stande bin. Hätte ich noch Reſſourcen gehabt, wäre ich dabei geblieben! Friedrich.“*)

Ja, ich wäre dabei geblieben, flüſterte der König,

*) Dieſe„Inſtruction für den General Finck“ hat der König ausnahmsweiſe deutſch geſchrieben, und ich habe mir nur erlaubt, einige orthographiſche Fehler daran zu ändern. Wem es daran. liegt, die Orthographie des Königs einzuſehen, der findet dieſes Actenſtück bei Preuß, der daßelbe„diplomatiſch genau nach der Urſchrift“ abgedruckt hat. Th. II. S. 215.