Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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von den Grenadieren ſoll mir einige Huſaren ſuchen, die ich als Staffette fortſchickenkann.

Die Adjutanten entfernten ſich, der König war allein. Endlich jetzt konnte er ſich ſeiner Verzweif⸗ lung, ſeinem maßloſen Gram hingeben, endlich durfte er horchen auf dieſe Stimmen, welche in ſeiner Seele flüſterten, und welche zu ihm ſo traurige, un⸗ heilsvolle Worte ſprachen.

Es iſt Alles verloren! Alles! murmelte der Kö⸗ nig, und die Stimmen in ihm flüſterten: wenn Alles verloren iſt, ſo iſt der Tod die einzige Rettung! Un⸗ würdig iſt es, ein ruhmloſes Leben noch weiter zu führen. Das Grab allein bietet Ruhe gegen ein ſchmachvolles, gedemüthigtes Daſein.

Der König hörte auf dieſe Stimmen. Er hatte bis hierher Alles muthvoll ertragen und geduldet, er hatte mit unerſchüttertem Muth Jahre der Sorge, der Entbehrungen, der raſtloſen Anſtrengungen durch⸗ lebt, aber den Untergang ſeines Landes, den wollte er nicht überleben. Und ſein Land war verloren! Es gab kein Mittel mehr, es zu retten. Sein eige⸗ nes Heer war aufgerieben, getödtet oder in wilder Flucht auseinandergeſprengt. Ringsumher hatte der ſiegreiche Feind die Provinzen beſetzt. Jetzt konnten die Ruſſen ungehindert bis nach Berlin marſchiren, und auch dort war kein Widerſtand möglich, denn die Garniſon beſtand nur noch aus Invaliden und Krüppeln. Berlin war verloren, ganz Preußen war verloren!

Der König wollte alſo ſterben, denn er war ein König ohne Krone, ein Held ohne Lorbeer! Er wollte ſterben, denn er wollte den Untergang ſeines Landes nicht überleben. Gleich einem treuen Schiffscapi⸗ tain, wollte er das Staatsſchiff, das er bis dahin