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Der Chirurgus trat näher zu ihnen, und beſich⸗
tigte ſie ſorgfältig, dann näherte er ſich wieder dem
önig.
Majeſtät, ſagte er achſelzuckend, da hilft kein Ver⸗ binden mehr. Dem Einen hat eine Kanonenkugel den ganzen rechten Arm fortgeriſſen, und der Brand wird ihn tödten. Der andere hat eine Kartätſchen⸗ ladung von gehacktem Eiſen in's Geſicht und in den Leib bekommen. Es iſt unmöglich alle dieſe Wun⸗ den zu verbinden!
Der König antwortete ihm nicht, er ging haſtig zu dem Lager hin, und faßte Jeden der beiden Ver⸗ wundeten bei der Hand; ſich dann zu dem Arzt wendend, ſagte er: Seh' Er nur! Sie ſind Beide noch ſo jung und ſo lebenskräftig; auch haben ſie Beide noch kein Fieber. Bei ſolchem jungen Blut und friſchem Herzen pflegt die Natur Wunder zu thun. Laſſe Er ſie zur Ader, und verbinde Er ihnen die Wunden! Und dann vor allen Dingen ſorgt für einige Erfriſchungen, denn ſie werden deren bedürfen.
Ach ja, Majeſtät, wir hungern und durſten ſchon ſo lange! flüſterte Lieutenant von Grabow.
Der König lächelte. Sieht Er wohl, ſagte er. Er ſagte, ſie ſind verloren, und ſie haben nc einen geſunden Magen! Man ſtirbt nicht, wenn man noch hungern kann.
Der Chirurgus erwiederte nichts, ſondern öffnete ſein Beſteck, und zog die nöthigen Bandagen und Inſtrumente hervor, um die Officiere zu verbinden.
Der König ſchaute ihm eine Zeitlang zu. Dann neigte er ſich über die Verwundeten, die nur mit
Mühe die Schmerzensſchreie unterdrückten, welche
ihnen die Anlegung des Verbandes verurſachte. Kinder, ſagte er liebevoll, verzagt nur nicht! Es


