Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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mag mit Euch werden, wie es will, ich werde es erfahren, und wenn Ihr nicht mehr dienen könnt, ſo werde ich für Euch ſorgen. Glaubt nur, Ich werde Euch nicht vergeſſen!*)

Er nickte ihnen freundlich zu und verließ dann das Gemach. Vor der Thür der Hutte ſtand einer ſeiner Adjutanten und erwartete ihn. Der König gab ihm ſchweigend das Zeichen, ihm zu folgen, und ſchritt weiter durch das Dorf dahin, voruͤber an dieſen Hütten, aus deren Innerem man lautes Klagegeſchrei und Wimmern vernahm.

Ach, murmelte der König leiſe vor ſich hin, Dante hat nicht alle Qualen der Hölle gekannt, oder er hat vergeſſen, dieſe zu ſchildern, die ich jetzt erleide!

Er ſchritt haſtiger vorwärts, hinaus in die däm⸗ mernde Sommernacht, immer verfolgt von dem Klagegeſchrei, dem Aechzen und Jammern ſeiner verwundeten Soldaten. Eine tiefe, unermeßliche Traurigkeit lagerte auf ſeinem Antlitz, ein ſchmerz⸗ liches Zucken ſtand auf ſeiner Lippe, ſeine bleiche Stirn war von kaltem Schweiß bedeckt, ſeine großen Augen ſtarrten hinüber zu dem dampfenden Schlacht⸗ feld, dann zum Himmel empor mit einem fragen⸗ den, vorwurfsvollen Blick.

Schhon lag das Dorf hinter ihm, aber der König ſchritt immer weiter. Er dachte gar nicht an den Zweck ſeines Wanderns, er wollte nur dieſer Hölle,

*) Des Königs eigene Worte, wie denn überhaupt dieſe ganze Scene ſtreng hiſtoriſch iſt. Die beiden Officiere, welche der König auf dieſe Weiſe vom Tode errettete, genaſen wirklich. Nach ihrer Wiederherſtellung nahmen ſie Beide wieder am Kampf Theil, wur⸗ den bei Kolberg nochmals ſchwer verwundet, und nochmals geheilt. Beide dienten ſie bis zum Frieden, dann invalide erklart, erhielten ſie auf ausdrücklichen Befehl des Königs ſehr gute Verſorgungen. Siehe Nikolai Charakterzüge und Anecdoten.