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rechte Hand iſt ihm von einer Kugel fortgeriſſen worden. Ein Kartätſchenſchuß hat ihm die Glieder zerſchmettert, und da haben ihn ſeine Soldaten in dieſen Graben getragen, damit er nicht von den Hufen der Pferde zertreten werde. Da haben ſie iihn der Gnade Gottes nicht allein, ſondern auch der Gnade der Menſchen übergeben.
Aber der Koſack weiß nichts von Gnade! Das iſt ein Wort, welches er in ſeinem ruſſiſchen Hei⸗ mathslande nimmer gehört hat. Er fürchtet ſeinen Gott, er fürchtet ſeinen Czaaren und ſeinen Haupt⸗ mann, er fürchtet die Knute vor allen Dingen. Er weiß nichts von Gnade! Sie iſt an ihm niemals geübt, wie ſoll er ſie an Andern üben.— Wie der Koſack den preußiſchen Officier in der goldgeſtickten Uniform ſieht, ſpringt er vom Pferde, und wirft ihm die Zügel über. Ein ſchriller Pfiff belehrt das kluge Thier, des Koſacken beſſere Hälfte, daß es da ruhig ſtehen bleiben ſoll. Der Koſack ſteigt hin⸗ unter in den Graben, auf deſſen moraſtigem Grunde der preußiſche Krieger— der deutſche Dichter— gebettet iſt!— Denn ein deutſcher Dichter iſt es, der da liegt, ein Dichter von Gottes Gnaden. Ganz Deutſchland kennt ihn, den Sänger des Frühlings, ganz Deutſchland hat ſeine herrlichen Lieder geleſen, und ſich an ihnen begeiſtert. Den preußiſchen Major Ewald von Kleiſt nennt der Sachſe und der Oeſter⸗ reicher ſeinen Feind, aber den deutſchen Dichter Ewald von Kleiſt bewundert und liebt er, denn dem Dichterwerk gegenüber giebt es keine Feindſchaft der Völker, und die Politik ſchweigt vor der melodiſchen Stimme der Poeſie.
„Da liegt er, der tapfere preußiſche Major, der edle deutſche Dichter, das Bebröchene Auge zum
Friedr. d. Gr. u. ſ. Geſchw. 2. Abth. I.


