— 412—
Fortſchritt iſt, für welchen ich meiner zärtlichen Mari⸗ etta wohl mit einigen Liebkoſungen dankbar ſein muß!
IV. Luiſe du Trouſſel.
Madame du Trouſſel ging unruhig in ihrem Zim⸗ mer auf und ab. Sie horchte auf jeden Glocken⸗ ſchlag, und jedes Geräuſch machte ſie erbeben. Er kommt nicht, er kommt nicht, murmelte ſie leiſe vor ſich hin. Er hat alſo meine geſtrigen Spöttereien für Ernſt gehalten und iſt wirklich empfindlich ge⸗ worden. Oh, ich werde alſo ſchon alt! Ich beſitze nicht mehr die Kraft, die Männer an mich zu feſſeln. Mein Gott, iſt es denn wirklich wahr, bin ich ſchon alt und häßlich? Nein, nein, ich bin kaum vierund⸗ dreißig Jahre, das iſt für eine verheirathete Frau immerhin noch kein Alter, und was die Häßlichkeit anbetrifft, ſo—
Sie unterbrach ſich ſelbſt und eilte haſtig zum Spiegel hin, um lange und mit prüfenden Blicken ihr Antlitz zu betrachten. Ja, ſie mußte es ſich geſtehen, ihre Schönheit war im Verblühen, mehr im Verblühen, als es ihrem Alter nach nothwendig geweſen. Schon zeigte ſich um ihren Mund dieſer welke verrätheriſche Zug, mit welchem das Alter die
begann ihre Stirn ſich mit leiſen Linien zu marki⸗
entſchwindenden Jahre in unſer Antlitz kerbt, ſchon


