Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Ich habe Verwandte und Freunde, mit denen ich correſpondire, Carlo, und von jetzt an werden auch Deine Freunde die meinen werden, und ich will mit ihnen correſpondiren.

Wie ſie mit einem ſchelmiſchen Lächeln ſo ſprach, leuchtete ein Strahl der Freude in Ranuzi's Augen auf, und er drückte Marietta zärtlich in ſeine Arme.

Du haſt mich verſtanden, meine Geliebte, ſagte er. Oh, Dein Geiſt iſt ebenſo ſcharf, als Dein Herz edel iſt. Aber bedenke wohl, was Du thun willſt, und welche Gefahren Dich bedrohen. Denn ich ſage Dir, Marietta, es handelt ſich hier nicht um gewöhnliche Freundſchaftsbriefe, ſondern um ernſte, wichtige Angelegenheiten.

Sie neigte ſich dichter an ſein Ohr und flüſterte: Alles, was Du hier erforſcheſt, Alles was Du durch mich erfährſt, und was Du hier erſpäheſt, das wirſt Du dieſen Briefen anvertrauen. Du wirſt ferner in denſelben Verabredungen treffen mit deinen Freun⸗ den, Pläne entwerfen und vielleicht Verſchwörungen machen. Und ich werde dieſe Briefe adreſſiren und auf die Poſt geben, und Niemand wird ihnen miß⸗ trauen, denn meine Briefe werden an irgend eine meiner Freundinnen in Wien, oder wohin Du ſonſt willſt, gerichtet ſein. Habe ich Dich verſtanden, und iſt es ſo recht, Carlo? 5

Diesmal drückte ſie Ranuzi mit wirklichem, un⸗ gekünſteltem Entzücken in ſeine Arme, und die Worte zärtlicher Dankbarkeit, welche er jetzt zu ihr ſprach, entbehrten in dieſem Moment nicht ganz der Wahr⸗ heit und Aufrichtigkeit..

Marietta lag lächelnd vor Glück und ſtolzer Se⸗ ligkeit in ſeinen Armen, und lauſchte mit ſtrahlen⸗ den Blicken ſeinen heißen Liebesverſicherungen.

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