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Alles, was Du hörſt und erfährſt, das hinterbringe mir. Gieb Dir den Anſchein, als ſeiſt Du eine gluͤ⸗ hende Anhängerin des preußiſchen Königs, man wird Dir dann um ſo mehr vertrauen, und Du wirſt um ſo leichter erfahren, was vorgeht. Zeige Dich liebevoll und mittheilend gegen deinen Mann, denn er iſt ein wirklicher Anhänger des Königs, und er verkehrt viel mit bedeutenden Perſonen, und iſt am Hofe wohlgelitten. Er erfährt daher ſehr viel, und er wird es Dir mittheilen, wenn Du Dir den Anſchein giebſt, als ob Du ſeine Geſinnungen theilſt. Wenn Du zu den Concerten des Königs an den Hof kommſt, ſo betrachte Alles, jedes Lächeln, jeden Blick, jedes unbekannte Wort, und berichte mir Alles was Du hörſt und ſiehſt? Verſtehſt Du mich, Ma⸗ rietta, und willſt Du das thun?
Ich verſtehe Dich, Carlo, und ich will es thun. Und weiter haſt Du mir nichts zu ſagen? Dies iſt das Einzige, worin ich Dir helfen kann?
Nein, Marietta, es giebt noch etwas Anderes, aber es iſt ſchwieriger und gefahrvoller.
Um ſo beſſer alsdann, Carlo, denn es wird mehr dazu dienen, Dir meine Liebe zu beweiſen. Sprich! Ess iſt den gefangenen Officieren unterſagt, ver⸗ ſiegelte Briefe von hier aus an ihre Verwandte oder Freunde zu ſchicken. Alle unſere Briefe müſſen offen ſein, und wenn nur ein Wort von politiſchen Din⸗ gen darin ſteht, werden ſie caſſirt. Aber alle anderen Privatperſonen haben das Recht, überall hin zu ſchreiben, und zwar verſiegelte Briefe zu ſchreiben, und Niemand denkt daran, ſie zu leſen, und uner⸗ brochen befördert die Poſt ſolche Briefe an ihren Beſtimmungsort. Haſt Du nicht auch Verwandte, denen Du ſchreibſte


