Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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vor dieſen gottbegeiſterten Propheten. Sie packen ſie mit rauher Gewalt und ſchleppen ſie fort. Die armen Leute werden wenigſtens mit vierundzwanzig⸗ ſtündigem Arreſt dafür büßen, daß ſie prophezeiht haben, denn hier in Preußen ſind die Volksaufläufe verboten. Kommen Sie, Monſieur, laſſen Sie uns das Fenſter ſchließen, das Schauſpiel iſt zu Ende; man führt die Propheten auf die Wache!

Und ihre Rolle iſt wahrſcheinlich für immer zu Ende geſpielt, ſagte Herr von Belleville lachend, in⸗ dem er vom Fenſter zurücktrat.

Nicht doch, ſie werden ſie morgen wieder aufneh⸗ men, denn dieſe Propheten haben hier hohe und mächtige Beſchützer, und man wird es nicht wagen

ſie länger feſtzuhalten, da Prinzeſſin Amalie nach

ihrer Kartenſchlägerin Verlangen tragen könnte.

Vraiment, Monsieur le Comte, rief der Fran⸗ zoſe verwundert, Sie wiſſen außerordentlich genau Beſcheid mit den Intriguen, welche hier geſpielt werden. 3

Ich beobachte viel, ſagte Herr von Ranuzi mit einem feinen Lächeln, und da ich viel ſchweige, ſo höre ich viel, und habe deſto mehr Zeit zu beob⸗ achten.

Nun, ich rathe Ihnen nicht, auch mir die Ehre Ihrer Beobachtungen zu Theil werden zu laſſen, rief Herr von Belleville lachend. Denn meine Exiſtenz bietet durchaus keine Gelegenheit dazu dar. Ich lebe, eſſe, ſchlafe, ſchwatze, liebele, und ſuche mich ſo gut es hier gehen will, zu amüſiren. Zuweilen atrappire ich mich ſogar darauf, daß ich bete, und Gott ganz weinerlich um Frieden anflehe, und zwar nicht aus politiſchen Rückſichten, ſondern nur in dem

egoiſtiſchen Gedanken, von hier erlöſt zu werden.

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