Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Sie ſehen alſo, ich bin ein ganz harmloſes, unſchul⸗ diges bon enfant, das ſich nicht um die Politik be⸗ kümmert.

Nein, ſagte Ranuzi mit einem feinen Lächeln, Sie lieben Fräulein von Marſchall durchaus nicht aus politiſchen Gründen, ſondern allein wegen ihrer Schönheit, ihrer Anmuth und Lieblichkeit. Das iſt das Reſultat meiner Beobachtungen.

Ah, Sie haben mich alſo doch auch beobachtet, rief Herr von Belleville erröthend.

Ich ſagte Ihnen ſchon, ich beobachte immer. Es iſt das hier meine einzige Zerſtreuung und Erheite⸗ rung, und ich wüßte in der That nicht, was ich hier mit meiner Zeit anfangen ſollte, wenn ich ſie nicht auf dieſe Weiſe todt zu ſchlagen verſtände.

Nun, Sie bedienen ſich dazu doch auch noch ei⸗ niger anderer Mittel, ſagte der Franzoſe leichthin.

Die Liebe iſt für Sie doch auch ein angenehmer Zeitvertreib, und Sie wiſſen ihn wohl zu benutzen.

Ah, es ſcheint, Sie beobachten auch, rief Herr von Ranuzi mit einem ironiſchen Lachen. Nun ja denn, die Liebe iſt ein ſüßer Zeitvertreib, und viel⸗ leicht, wenn ich mich ihren Träumen erſt ganz und gar hingebe, werde ich aufhören zu beobachten. Aber wie, Herr von Belleville, Sie nehmen Ihren Hut; Sie wollen mich alſo auch ſchon verlaſſen?

Ich muß. Denn über unſerem angenehmen Ge⸗ plauder hätte ich faſt vergeſſen, daß ich dem Fräu⸗ lein von Marſchall verſprochen habe, heute mit ihr ſpazieren zu reiten. Und Sie wiſſen wohl, man muß den Damen immer Wort halten, wenigſtens ſo lange man noch nicht Beweiſe hat, von ihnen geliebt zu werden..