Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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ben! Ihm gehört Euer Blut!“— Und zwiſchen die⸗ ſen blutrothen Bächen tauchten plötzlich rieſengroße weiße durchſichtige Geſtalten hervor, und an dem Haupt der erſten las ich die Zahl dieſes Jahres, die Zahl 1759. Und dieſe Geſtalt öffnete ihre Lip⸗ pen und ſagte:„Krieg bringe ich, Krieg und immer neues Blutvergießen! Euer König fordert das Blut Euerer Söhne, gebt es ihm, er fordert Euer Geld, gebt es ihm, er fordert Euer Leben, gebt es ihm! Denn der König iſt der Herr Euexes Leibes und Euerer Seele, und wenn er gebietet, ſo müßt Ihr gehorchen!“

Das iſt faſt ein wenig zu ſehr ruſſiſch gedacht, ſagte Herr von Ranuzi halblaut. Es ſollte mich wundern, wenn die Polizei nicht dieſen Prophezei⸗ hungen, welche ein wenig nach Aufregung riechen, ein Ende machen ſollte.

Dieſe Scene iſt ſo unterhaltend, ſagte Herr von Giurgenow lebhaft, daß ich ſie wohl in der Nähe anſchauen möchte. Sie verzeihen daher, Meſſieurs, wenn ich Sie verlaſſe und hinuntergehe auf den Platz. Es iſt immer interreſſant, zu hören, was das Volk ſagt, und wie es dieſe Prophezeihungen ſeiner Propheten aufnimmt. Wir können darnach

ermeſſen, ob wir Ausſicht haben, bald Frieden und Freiheit zu erlangen, denn die Stimmung des Vol⸗ kes iſt in der Politik doch immer eine entſcheidende.

Er nahm ſeinen Officiershut und die Herren

mit einem Kopfnicken begrüßend, verließ er eilig das Zimmer.