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der dieſe kalte Oede der Hoffnungsloſigkeit ein wenig durchleuchten könnte; man hatte eingeſehen, daß man immerhin ganz behaglich leben könne, wenn auch der Krieg da draußen tobe und wüthe, und daß es der ſchwachen Menſchennatur verſagt ſei, immer in Spannung und Aufregung, immer in der Erwar⸗ tung großer Dinge, welche da draußen geſchehen könnten, zu exiſtiren; das Leben ſelbſt, die Gegen⸗ wart ſelbſt machte ihre Anforderungen, und man mußte ſich ihnen wohl fügen. Man lernte im Laufe der Jahre wieder ſcherzen und lachen und heiter ſein trotz der draußen tobenden Kriegeswuth, und wie ſehr man auch ſein Vaterland liebte, und die Siege des Königs mit Jubel, ſeine Niederlagen mit Trauer aufnahm, ſo konnte doch die Animoſität gegen die Feinde des Vaterlandes nicht ſo weit gehen, daß man dieſelbe auch ausdehnte auf die gefangenen Officiere, die in Berlin ihren gezwungenen Aufent⸗ halt genommen. Man hatte ſich ſo lange bemüht, ſie nicht entgelten zu laſſen, daß ſie Feinde ſeien, bis man wirklich dahin gekommen war, es zu ver⸗ geſſen, und dieſe ſchönen, lebensluſtigen und unter⸗ haltenden Herren nicht mehr als Gefangene betrach⸗ tete, ſondern als Reiſende, die freiwillig nach Berlin gekommen waren, und denen man daher mit Freund⸗ lichkeit und Zuvorkommenheit die Honneurs der Stadt zu machen habe.*) Uebrigens hatte der Kö⸗ nig ſelber beſohlen, daß man in Berlin die gefan⸗ genen Officiere mit außerordentlicher Höflichkeit auf⸗ nehme, und wenn man daſelbſt bei Hofe Feſte gab,
*) Den Kriegsgeſangenen, ſchreibt Sulzer, begegnet man hier, als wenn ſie fremde Reiſende wären. Sie ſind beim ſchönen Ge⸗ ſchlecht außerordentlich wohl gelitten.(Siebe: Briefwechſel der Schweizer Sulzer, Bodmer, Gleim ꝛc)
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