Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Auch die Feinde des Königs benutzten die Win⸗

terruhe zu allerlei Angriffen und Feindſeligkeiten.

Ihre Spione und Kundſchafter vertheilten ſich durch ganz Deutſchland, unter den verſchiedenſten Masken und Geſtalten wußten ſie ſich überall, ſelbſt in Berlin in den höchſten geſellſchaftlichen Kreiſen Eingang zu verſchaffen. Mit allen Mitteln der Schmeichelei, der Beſtechung, der glänzenden Verſprechung wußten ſie ſich Anhänger und Freunde, und dem Wiener Hofe inmitten der preußiſchen Hauptſtadt Kundſchafter und Berichterſtatter zu erwerben. Aber ſie begnügten ſich nicht damit allein, ſondern ihre hochfliegenden und kühnen Pläne wollten in dem Innern des Landes ſelbſt ſich Bundesgenoſſen und Streiter werben, und den Krieg auf verrätheriſche Weiſe in die Feſtungen und in die Ringmauern der Städte hineinſpielen. Den in den preußiſchen Feſtungen befindlichen öſter⸗ reichiſchen und ruſſiſchen Gefangenen wußte man heimlich den Plan einer Verſchwörung mitzutheilen, welche die preußiſche Feſtung Küſtrin in den Beſitz der Feinde bringen, und den Heeren derſelben neue Streitkräfte zufuͤhren ſollte. Freilich war die Zahl der in Küſtrin gefangenen Ruſſen, welche man nach der Schlacht von Zorndorf dorthin gefuhrt, der Be⸗ ſatzung der Feſtung faſt um die Hälfte überlegen, und wenn es ihnen gelungen wäre, ſich der bei Zorn⸗ dorf eroberten einhundert und drei Kanonen zu bemächtigen, welche auf dem Marktplatz als leuch⸗ tende Siegestrophäen aufgeſtellt waren, ſo wäre es wohl ein Leichtes geweſen, die preußiſche Beſatzung zu überfallen und zu bewältigen und ſich zum Herrn der Feſtung zu machen. Das war der Plan, wel⸗ chen man erſonnen hatte, und den man auszufüh⸗ ren im Begriff war. Aber am Tage vor dieſer Aus⸗