Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
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Prieſter gar nicht in Betracht nahm, daß einem alten hiſtoriſchen Gebrauch gemäß die Päpſte dieſe Weih⸗ geſchenke immer nur an ſolche Generale verliehen, vehe entweder die Ungläubigen beſiegt oder bar⸗ bariſche Völker unterjocht hatten.*)

Aber der König Friedrich von Preußen lächelte nur zu dieſen widerſinnigen Angriffen des Statthal⸗ ters Gottes. Für ſeine mit dem Schwert umgür⸗ teten Feinde hatte er das Schwert, für ſeine mit der Zunge und der Feder wider ihn kämpfenden päpſt⸗ lichen Feinde bediente er ſich derſelben Waffen: der Zunge und der Feder. Und wenn er den Erſteren im offenen Felde gegenüberſtand, bekämpfte er die Anderen von ſeinen Winterquartieren aus mit die⸗ ſen beißenden, ſanglanten und höhnendenfliegenden Blättern, welche damals ganz Europa lachen mach⸗

ten und die Großthaten des Papſtes unter dem Fluche

der Lächerlichkeit zerbröckelten. Denn der geweihete Hut und Degen des Feldmarſchalls Daun verlor ſeine Weihe durch dieſenDankſagungsbrief des Feld⸗ marſchalls Daun an den Papſt, welchen der König verfaßte, und der ſelbſt in Oeſterreich ſeine Lacher und Bewunderer fand, ebenſo durch dasGlü ckwunſch⸗ ſchreiben des Prinzen Soubiſe an den Feldmarſchall Daun. Und wenn der Papſt den preußiſchen Kö⸗ nig als den ketzeriſchenNarchese di Brandenburgo bezeichnete, ſo nannte ihn der König dafür in ſei⸗ nen Briefen Phihihu'sden Groß⸗Lama und ergoß ſich in beißender Satyre über die dem Statthalter Got⸗ tes zugeſtandene Unfehlbarkeit. Aber nicht den Papſt allein geißelte die ſatyriſche Feder des Königs; ſang⸗

lanter noch traf ſie die keuſche und ſittenſtrenge Kai⸗

4) Oeuvres posthumes Vol. III. p. 344.

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