Teil eines Werkes 
2. Abtheilung : 1. Band (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zuziehen. Aber Clemens in ſeinem fanatiſchen Eifer genügte das nicht. Er wollte mit Hand und Mund kämpfen gegen den ketzeriſchen König, er erhob gegen ihn den Bannſtrahl der Kirche, er ſchleuderte gegen ihn Worte der Verwünſchung und ſpendete Denen, welche gegen ihn kämpften, Worte des Segens und des Heils. Dieſem fanatiſchen Haß des Papſtes verdankte Oeſterreich eine neue Wurde, einen neuen Titel, denn Dank ſeiner Feindſchaft gegen den ketze⸗ riſchen König von Preußen, und zum Lohne für die großen und vortrefflichen Verdienſte, welche Oeſter⸗ reich in dieſem Kriege gegen denKetzerfürſten ſich um den römiſchen Stuhl erworben, legte der Papſt der Kaiſerin von Oeſterreich für ſich und ihre Nach⸗ kommen den Titel und die Würde einerApoſto⸗ liſchen Majeſtät bei. Aber nicht bloß das Kaiſerhaus Oeſterreich, ſondern ſeine Feldherren und die ganze Armee der gläubigen und frommen Chriſten ſollten es inne werden, daß der Segen des Papſtes auf ihren Waffen ruhe, und ſie feie gegen alles Un⸗ gemach und alle Niederlagen. Der glänzende Sie⸗ gestag von Hochkirch mußte daher von dem Papſt noch beſonders gefeiert werden, und die Armee der Verbündeten zu neuen ruhmvollen Waffenthaten an⸗ ſpornen. Deshalb ſandte der Papſt dem Feldmar⸗ ſchall Daun, welcher die Schlacht bei Hochkirch ge⸗ wonnen, einen geweiheten Hut und Degen, und machte damit den politiſchen Krieg zu einem re⸗ ligiöſen, bei dem es ſich nicht mehr bloß um Länderbeſitz, ſondern um den heiligen Kampf ge⸗ gen den drohenden und ketzeriſchen Feind der ka⸗ tholiſchen Kirche handelte, und wobei der fanatiſche

*) Dieſes Breye des Papſtes iſt vom 19. Auguſt 1758.