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hin: Ich beſchließe mein Leben, ein Leben, das mir ſo viel Kummer gemacht hat; Winterfeldt iſt es, der es mir verkürzte. Aber ich ſterbe viel beruhigter, da ich weiß, daß ein ſo böſer und gefährlicher Mann weniger in der Armee iſt.*)
Dann wieder verwirrte ſich ſein Geiſt und er träumte ſich mitten hinein in das Schlachtgewühl und rief mit lauter Stimme: Vorwärts! Vorwärts! Hinein in den Tod!
Dann wieder ward Alles ſtill und man hörte nur wieder das Rauſchen der Bäume und das Singen der Vögel da draußen.
Laura lag auf ihren Knieen und betete. Wie ſie den Blick wieder von dem glänzenden, wolkenloſen Him⸗ mel herniederſenkte auf den Geliebten, war ſein Ant⸗ litz wunderbar verändert. Es hatte einen ſtrahlenden, glänzenden Ausdruck angenommen und ſeine großen, weitgeöffneten Augen leuchteten wie in einer ſeligen Verklärung.
Er richtete ſein Haupt kraftvoll empor und ſchaute hinauf zum Himmel, und grüßte die Bäume und die Blumen mit ſeinem letzten Liebesblick.
Wie ſchön die Welt iſt, wenn man ſtirbt, ſagte er mit einem wundervollen Lächeln. Lebewohl, Welt! Lebewohl, Laura! Koinm, nimm mich in Deine Arme! Laß mich ſterben in den Armen der Liebe! Der Haß gehört der Welt an, die Liebe aber geht mit in's Grab! Lebewohl!
Und nun neigte er ſein todesmattes Haupt an ihre Schulter,— nun noch ein letzter Seufzer, ein letztes
*) Des Prinzen eigene Worte.(Siehe v. Retzows Zuſätze ad Berichtigungen zur Characteriſtik des ſiebenjährigen Krieges. . 29.)


