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rück, ſeine Augen ſchloſſen ſich, große Schweißtropfen ſtanden auf ſeiner Stirn, der Athem ſtockte in ſeiner Bruſt.
Laura neigte ſich über ihn, ſie trocknete mit ihrem Haar ſeine feuchte Stirn und ihre heißen Thränen fielen wie glänzende Perlen auf ſein Antlitz nieder.
Von dieſen Thränen erwachte er und ſchlug die Augen wieder auf. Ich will Dir noch etwas ſagen, flüſterte er, ich fühle, daß ich heute wieder geſund werde, und daß, wenn ſie ſagen, ich ſei geſtorben, ich erſt vom Tode erwacht bin. Denn dort drüben be⸗ ginnt erſt das eigentliche Leben, und was wir hier ſo nennen iſt nur ein jammervolles, trauriges Vorſpiel. Man lebt hier nur, damit man wünſchen lerne, zu ſterben, um dann zu leben! Oh, Laura, Laura, ich werde bald leben, lieben und wieder glücklich ſein!
Oh nimm mich mit Dir, mein Geliebter, rief ſie aufgelöſt in Schmerz und Thränen vor ihm nieder⸗ knieend. Laſſe mich nicht allein! Es iſt ſo traurig, ſo einſam hier in dieſer kalten, fürchterlichen Welt! Nimm mich mit Dir, mein Geliebter!
Aber er hörte ſie nicht! Der Tod begann ſchon ſeinen Mantel über ihn auszubreiten und hatte ihn ſchon mit der Spitze ſeiner Flügel berührt. Sein Geiſt rang ſchon mit dem ermatteten Körper und ſuchte ihm zu entflattern.
Er hörte nicht mehr, daß Laura ihn rief, und doch lebte er noch, und doch hatte er die Augen wie⸗ der groß geöffnet, und doch ſprach er wieder. Aber es waren einzelne nicht zuſammenhängende Sätze, Worte, welche den Traumbildern und Geſichten an⸗ gehörten, die ſein entflatternder Geiſt erſchauete. Ein⸗ mal ſagte er mit lauter Stimme, und diesmal rich⸗ teten ſich ſeine Blicke mit vollem Bewußtſein auf Laura


