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wollte meine Rolle im Drama dieſes Lebens muthig und wie es einem Mann geziemt, zu Ende ſpielen.
Ich wollte meiner Prinzenrolle, zu der das Schickſal
mich angeworben hatte, Ehre machen, aber es ſcheint, ich war ein ſchlechter Schauſpieler, man jagte mich aus dem Dienſt, man riß mir die glänzenden Kleider und den Fürſtenſtern von meiner Bruſt, man ſchickte den, der als Prinz fortgezogen, man ſchickte ihn als gedemüthigten, beſchimpften, zerlumpten Bettler wieder heim. Und ich verkroch mich mit meinem Elend und meiner Schmach hier in dieſem Winkel und Niemand folgte mir hierher, Niemand hatte für den Verſtoßenen und Geſchändeten nur einen Funken dieſer Liebe, welche Alles überwindet und der Welt trotzt, und ihren Verleumdungen mit muthigem Lächeln widerſteht. Man hat mich meine Schmach allein ertragen laſſen, ganz allein, Niemand hat dieſe furchtbare Laſt mit mir tragen wollen! Ich habe ein Weib, ich habe Kinder, und doch bin ich allein, ſie leben fern von mir, und in dem Augenblicke, wo ich ſterbe, lachen ſie vielleicht! Ich bin der Erbe eines Thrones und doch ein armer Bettler, der vergeblich lange Jahre das Schickſal um ein wenig Liebe, ein wenig Erbarmen angefleht hat. Aber es hatte kein Erbarmen, als Bettler läßt es mich ſterben, und nur wenn ich todt bin, werde ich wieder ein Fürſt ſein, und ſie werden meine Leiche mit Ehren überhäufen, während ſie mich im Leben gedemüthigt und geſchändet haben! Oh, Laura, Laura, wie es da brennt in meiner Bruſt, wie fürchterlich dieſes hölliſche Feuer der Schmach iſt! Es hat das Mark meiner Knochen durchwühlt, es hat mein Ge⸗ hirn verſengt, und mein Kopf, mein armer Kopf der ſchmerzt ſo ſehr!
Mit einem lauten Aechzen ſank er in die Kiſſen zu⸗
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