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litz mit den todesblaſſen, eingefallenen Wangen, mit den blutloſen Lippen, mit dieſen tiefen, unheilsvollen Gruben in den Schläfen, welche nur ſpärlich von dem dünnen, glanzloſen und farbloſen Haar umſchattet wa⸗ ren, war das Auguſt Wilhelm, der Geliebte ihrer Ju⸗ gend, das angebetete Traumbild ihres ganzen Lebens, das nie erblichene Ideal ihres treuen Herzens? Wie ſie ihn anſchaute tauchte die ganze ſchmerzlich ſüße, traurige und doch herrliche Vergangenheit wieder vor ihrer Seele empor, und ſie fühlte, daß ihr Herz noch eben ſo jung, eben ſo feurig ſchlug für Den, welcher jetzt als ein Sterbender vor ihr lag, als damals, wo er in der Fülle der Jugend, der Schönheit und der Kraft ihr zum letztenmal gegenüberſtand.
Zum letztenmal! Damals waren ſie ſich geſtor⸗
ben, damals war ihre Jugend, ihr Glück, ihr Herz eingeſargt worden, aber jetzt, wo ſie ihm wieder gegen⸗ überſtand, jetzt ſprang der Sargdeckel wieder auf, und die Geiſter durften ſich mit eben der Liebe und Gluth begrüßen, wie es einſt die jugendvollen, lächelnden Liebenden gethan. Und jetzt weinte Laura nicht mehr! Es ſtrahlte wie eine ſelige Begeiſterung aus ihren Blicken, ſie fühlte keinen irdiſchen Schmerz, ſondern nur Freude, himm⸗ liſche Freude des Wiederſehens.
Sie erhob ſich mit einem ſeligen Lächeln und ſchwebte durch das Gemach zu ihm hin. Er ſah ſie nicht, denn ſeine Augen waren geſchloſſen, vielleicht ſchlummerte er, vielleicht hatte der Tod ſchon ihm ſeinen erſten, betäu⸗ benden Kuß auf die Stirn gedrückt.
Laura neigte ſich über ihn und ſah ihn an, ihre langen Locken ringelten ſich zu ihm nieder und um⸗ hüllten von beiden Seiten ſein Antlitz wie mit etnem ſchwarzen Trauerſchleier. Sie horchte auf ſeinen leiſen


