Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Wir glauben's auch, Majeſtät, ſagten Graun und Faſch.

Aber wenn der Componiſt es ſo haben will?

So bleibt die Sexte doch falſch, rief Quanz mürriſch. Aber wenn ſie mir gefällt, und ich finde, daß ſie da gut klingt?

Das können Euer Majeſtät nun und nimmermehr finden, rief Quanz mit auffahrender Heftigkeit. Denn dieſe Sexte hier iſt ein Fehler, und ein Fehler kann Euer Majeſtät nicht gefallen.

Nun, nun, ſagte der König mit einem begütigenden Lächeln. Sei Er nur nicht ſo böſe! Es iſt ja doch keine verlorene Schlacht.*) Wenn die Sexte unmöglich iſt, ſo wollen wir ſie ſtreichen.

Und wenn Euer Miäjeſtät das thun, ſagte Quanz, ſo wird das eine ſehr ſchöne Compoſition ſein, und ich ſelber würde ſtolz ſein, wenn ich ſie gemacht hätte.

Der König lächelte, und man ſah es dem ſchönen und zufriedenen Ausdruck ſeines Geſichtes wohl an, daß dieſes Lob ſeines ſtolzen Meiſters dem Helden von Leuthen und Roßbach außerordentlich wohlgethan.

*) Des Königs eigene Worte.