— 202— getragen, und das iſt beim Himmel eine größere Sel⸗ tenheit, als es in unſeren kriegeriſchen Tagen eine er⸗ 2 ſtrittene Schlacht iſt!
Sire, ſagte Marquis d'Argens, indeut er jetzt eini
Briefe hervorzog, auch ich habe noch einige Gaben da zubringen. Da iſt ein Brief von Algarotti aus Genua und er hat gewagt, demſelben ein Fäßchen italieniſchen Kaviar als Zeichen ſeiner Siegesfreude beizufügen.*) Da iſt ein Brief von Voltaire und einer von Lord Marſchall. Von allen fernen Freunden, und ſie haben Alle an mich gedacht, ſagte der König mit einem freund⸗ lichen Lächeln, indem er die Briefe nahm. Aber jetzt iſt’'s nicht Zeit, Briefe zu leſen. Es iſt die höchſte Zeit zur Probe, und wenn's Ihnen gefällig iſt, meine Herren, probiren wir heute gleich ein Quartett, daß ich in dieſen Tagen hier in meiner Einſamkeit compo⸗ nirt habe.
Probiren wir's, ſagte Quanz mit ſeinem ungenirten Weſen und ſeinem behaglichſten Schmunzeln, indem er zum Klavier hinſchritt und es öffnete.
Der König durſchritt, immer auf die Briefe hin⸗ blickend, das Zimmer und ging in ſein Wohnzimmer, um die Briefe dort auf den Schreibtiſch niederzulegen und ſeine Notenblätter zu holen. Aber bevor er in das Nebengemach zurückkehrte, rief er Marquis d'Argens zu ſich.
Marquis, ſagte er, nicht wahr, Sie ſind es, wel⸗ cher Jenen dort die Idee eingegeben hat, mich heute zu überraſchen?
Sire, es iſt wahr, ich veranlaßte ſie dazu, und
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Preuß. Friedrich der Große mit ſeinen Verwandten und Frennden. S. 241.
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