Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Richtig, jetzt wiederholte es ſich. Es war offenbar, man ſtimmte eine Geige, und in das leiſe Geflüſter der Flöte miſchten ſich jetzt ganz verſtohlen die tiej 6 Töne des Violoncells. 4

Ueber des Königs Antlitz flog es wie ein roſig. Schimmer der Freude: er warf einen fragenden und forſchenden Blick auf den Marquis, welcher ihm lä⸗ chelnd zunickte. Dann durchſchritt der König haſtig das Gemach und ſtieß die Thür auf, und jetzt tönte ein Ruf der freudigen Ueberraſchung von ſeinen Lippen.

Da waren ſie, die Genoſſen ſeiner Abendconzerte, da war Graun mit ſeinem ſanften, träumeriſchen Künſt⸗ lerangeſicht, da war Quanz mit ſeinem mürriſchen We⸗ ſen und ſeiner breiten Stirn, deren Grollen dem König ſelbſt Reſpect einzuflößen pflegte, da war auch der junge Faſch, den der König erſt jüngſt für ſeine Kapelle ge⸗ wonnen, und der in ſeinen Abendconzerten das Violon⸗ cell zu ſpielen pflegte.

Wie der König ihnen mit einem glückichen Lächeln entgegenſchritt, begrüßten ſie ihn mit einem freudigen: Es lebe unſer König! Unſer Friedrich! und ſelbſt Quanz vergaß einen Moment ſein mürriſches, verdrießliches Weſen, und lächelte wie ein Vollmond ſo breit und glückſelig.

Hören Sie, Majeſtät, ſagte er, wenn Sie uns heute zürnen, weil wir ohne Ihren Befehl gekommen ſind, ſo wäre das eine Sünde, denn es iſt heute im ganzen Preußenland ein herrlicher Feſttag, und den darf Niemand durch Schelten und Zürnen entweihen, auch der König nicht.

Oh, ich ſchelte auch gar nicht, ſagte Friedrich leiſe, damit ſie nicht hören ſollten, wie ſeine Stimme zitterte. Sſſhele auch nicht, ſondern ich danke Euch, daß Ihr da ſeid