Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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einzigen Stützen, auf die ich mich noch lehnen kann,

wenn die Bosheit und Erbärmlichkeit der Menſchen mein gar ſchwer zu Boden drückt.

Und dieſe Stützen, Sire, die ſollen Fünan nimmer ehhlen, ſagte der Marquis tiefbewegt, denn Sie ſind es, welcher ſie ſtark gemacht hat.

Der König reichte ihm mit einem innigen Liebesblick die Hand dar. Jetzt wollen wir die Vergangenheit begraben, ſagte er dann mit heiterem Ton, und da wir Beide uns in unſeren ſchwachen Stunden Dichter nennen, ſo wollen wir uns jetzt nach unſerem lieben Sansſouci träumen, und denken, wir ſäßen da mit⸗ ſammen in meiner Bibliothek. Wir wollen dieſe ſchöne Zeit der Muße zu unſeren Studien verwenden, denn das iſt ohne Frage doch der beſte Gebrauch, den man von ſeiner Zeit machen kann. Auch ſollen Sie eine Sündfluth von Verſen ſehen, mit Vn ich mich im Lager ergötzt habe, und darunter Epigramme für alle meine Feinde.

Aber wenn wir doch jetzt in Sansſouci ſind, Sire, ſagte der Marquis mit einem ſchlauen Lächeln, ſo iſt das eben nicht die Stunde der Studien und der Bü⸗ cher, ſondern die Stunde, in welcher Euer Majeſtät mit Quanz und Einigen von der Kapelle die Probe für die Abendconzerte zu machen pflegten.

Ja, das freilich müſſen wir entbehren, ſagte der König traurig. Einen Theil meiner Kapelle habe ich wohl verſchrieben, und ſie werden in acht Tagen hier ſein, aber Graun und Quanz, die werden freilich nicht

Der König unterbrach⸗ ſich und horchte. Es war ihm geweſen, als ob er da im Nebenzimmer etwas, wie den Ton einer Geige gehört habe, und als ob eine Flöte ganz leiſe Coloraturen gemacht.

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