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Stande gebracht; er hat mich unwürdig verkauft, und da er ſich bei mir im Lager befand, hat er die Gele⸗
Benbeit benutzt, den Feind von Allem zu benachrichtigen,
was zu ſeiner Kenntniß gelangte.*) Es war eine un⸗ wiürdige und kleine Menſchenſeele, und mit ſolchen darf man nicht rechten. Aber von einem Anderen iſt mir bitteres Leid widerfahren, und glauben Sie mir nur, Marquis, ſolch' Leid legt ſich wie glühender Stahl um
unſer Herz und verhärtet es mit einem undurchdring⸗
lichen Panzer. Ich habe dieſen Biſchof Schaffgotſch geliebt, Marquis, ich nannte ihn meinen Freund, und mir ſcheint, ich habe ihm wohl Beweiſe dieſer Freund⸗ ſchaft gegeben, ich hatte wohl ein Recht auf ſeine Treue zu bauen, und an ſeine Freundſchaft, die er mir ſo oft beſchworen hatte, zu glauben. Die meinige war wenigſtens uneigennützig und verdiente nicht, ſo verrathen zu werden. Aber er verrieth mich in der Stunde der Gefahr, wie Petrus ſeinen Herrn, und kaum zogen die Oeſterreicher in Breslau ein, ſo ver⸗ leugnete er mich nicht nur, nein, er ging noch weiter, er trat den Orden meines Hauſes mit Füßen und hielt im Dom ein Tedeum zur Ehre des Sieges der Oeſter⸗ reicher bei Collin!.
») Abbé de Prades, den Voltaire dem König empfohlen hatte, und der ſeit 1752 als Lecteur beim König angeſtellt war, und ſei⸗ nes Vertrauens und ſeiner Auszeichnung g genoß, verrieth den König an die Oeſterreicher, und diente ihnen zur ſelben Zeit als Spion bei Friedrich, als er von dieſen das Verſprechen,„ihm eine fette Pfründe bei dem Breslauer Dom zu geben“ erhalten hatte. Friedrich erfuhr den Verrath und ließ den Abbé verhajten und nach Magde⸗
burg führen. Auf die Verwendung des Marquis d'Argens gab ihm
der König dit Freiheit wieder und wies ihm Glogau zum? Vohnſitz an, wo er bis an ſeinem Tod, 1782, von einer Gnadenpfründe des 3 Königs lebte.(Preuß, Bd. II. S. 115.)


