Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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Scheide geſteckt, und allen Zwiſt ſo lange beendet hat, als er in unſerer Mitte weilt und unſere Flüſſe und unſere Straßen beherrſcht. Suchen wir zu vergeſſen, Freund, daß wir hier nur im Winterquartier zu Breslau ſind, und bilden wir uns ein, wir wären in meinem lieben Sansſouci.

In unſerem ſchönen Kloſter, ſagte der Marquis,

dem ſchon ſo lange der Abt fehlt, und deſſen Mönche in alle Winde zerſtreut ſind. Es iſt wahr, ſeufzte der König ſchnell umdüſtert, ſie ſind Alle fort, und wenn der Abt nach Sansſouci zurückkehrt, wird es ſehr einſam um ihn ſein. Oh, Marquis, wie viel habe ich verloren, ſeit wir uns nicht geſehen!

Und wie viel gewonnen, Sire, ſagte d'Argens, wie viel neue Lorbeern ſchmücken Ihre Heldenſtirn! Albh, Sie reden von meinen Siegen, rief der König kopfſchüttelnd, aber glauben Sie mir nur, mein Herz hat Niederlagen erlitten, von denen es ſich nimmer⸗ mehr erholen wird. Ich rede nicht einmal von dem Tode meiner Mutter, obwohl das eine Wunde iſt, die niemals heilen wird. Aber es war das Schickſal, welches mir dieſe Wunde ſchlug, und gegen ſolche Schläge darf der Menſch nicht murren. Ich rede von dieſen anderen bitteren und grauſamen Niederlagen, welche mir das Leben und die Bosheit der Menſchen auferlegt hat.

Ah, Euer Majeſtät gedenken noch dieſes unwürdigen Abbé de Prades, fragte d'Argens traurig.

Nein, Marquis, obwohl auch er mir freilich weh gethan. Ich hatte ihn gern, aber ich liebte ihn nicht, er war nicht mein Freund. Sein Verrath hat mich betrübt, aber nicht überraſcht, denn ich wußte, daß er ſchwach war. Seine Verführung iſt in Dresden zu